Tuttlingen  
Ein explodiertes Fass mit Pulver, dazu ein starker Nordostwind und ein Krämer  waren schuld. Vom Haus des Krämers breitete sich das Feuer rasend schnell aus, angeheizt durch starken Funkenflug und trockener Witterung. So brannte am 1. November 1803 der gesamte Ort innerhalb der Stadtmauern nieder. Die Pläne für den Wiederaufbau lieferte der Landbaumeister Carl Leonhardt von Uber.
Dieser Baumeister, von dem Kurfürsten von Württemberg entsandt, ließ die Stadt im klassizistischen und rechtwinkligen Stil wiederaufbauen und verlegte gleichzeitig das Donaubett. Dabei wurde auf ausreichenden Abstand der Gebäude geachtet, um ein Löschen von Gebäuden zu erleichtern. Es wurden zwei breite Hauptstraßen gebaut, die sich mittig auf dem Marktplatz kreuzten. 15 rechtwinklige Häuserblöcke mit Innenhöfen entstanden und dazwischen Feuergassen. In der Mitte, beim Marktplatz entstand das Rathaus. Die Stadt wurde dabei auf dem Schutt der alten Gebäude errichtet, dadurch waren die Gebäudesockel 1,50 Meter höher als die der alten Häuser, wodurch sie natürlich besser vor den Hochwassern der Donau gewappnet  waren. Die Häuser erhielten ein Walmdach, dem später so bezeichneten "Tuttlinger Hut". Durch diese Dachform und die Ziegelbedeckung waren natürlich die Dachstöcke besser geschützt. Tuttlingen erhielt dadurch einen einzigartigen Stadtkern im Stile jener Zeit.

Die Spendenbereitschaft nach dem Brand war groß, aus vielen  deutschen Ländern , sogar aus dem schweizerischen Schaffhausen kam Spendenhilfe.
Die Tuttlinger Bevölkerung, die ja damals alles Hab und Gut verlor, musste sich in der Folgezeit in jeder Beziehung einschränken. Dabei waren sie natürlich sehr erfindungsreich. Überliefert ist etwa ein Bäckermeister, der zwar durch die Spenden eine Menge Mehl hatte, aber dessen Bäckerei durch den Feuersturm vernichtet war, baute ganz einfach in einem Erdloch einen Behelfsbackofen und buk Brot. Dadurch erhielt er den Namen "Lochbeck", den er an seine Nachkommen weitergeben durfte.

Gebäude im Stadtkern mit dem typischen Tuttlinger Walmdach (Tuttlinger Hut)

Bei einem Besuch auf der Ruine Honberg, einer von den Konstanzern zerstörte Festung, haben Sie einen wunderbaren Überblick über die Stadt und ihren Grundriss.
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